Unter­su­chung der Kon­zen­tra­tion bei Einfluss von digitalen Medien bei Jugend­li­chen zwischen 12 — 14 Jahren

Projekt 2018 | Schüler experimentieren | Untersuchung der Konzentration bei Einfluss von digitalen Medien bei Jugendlichen zwischen 12 — 14 Jahren

Teil­nehmer
Linus Kat­zen­bach
10405 Berlin
8. Klasse
Käthe-Kollwitz-Ober­schule

Betreuer
Frau Susanne Brinkhaus
Frau Alexandra Keding

Erarbeitungsort(e)
Käthe-Kollwitz-Ober­schule
10439 Berlin

Preis(e)
2. Platz Biologie im Lan­des­wett­be­werb

Kurz­fas­sung

Mein For­schungs­thema lautet: “Unter­su­chung der Kon­zen­tra­tion bei Einfluss von digitalen Medien bei Jugend­li­chen zwischen 12 — 14 Jahren”. Die Probanden werden in drei ver­schie­denen Durch­gängen einem klas­si­schen Kon­zen­tra­ti­ons­test unter­zogen, der keine beson­deren kogni­tiven Fähig­keiten benötigt. Im ersten Durchgang bear­beiten sie die Aufgaben ohne Einfluss, alleine in einem ruhigen Zimmer, im zweiten mit vor­ge­spielter Musik (Lied: “Call on Me — Ryan Riback Remix”), die allgemein nicht als kon­zen­tra­ti­ons­un­ter­stüt­zend bekannt ist. Der dritte Durchgang bietet noch einmal eine Stei­ge­rung: Nun müssen die Frei­wil­ligen den Test meistern, während neben ihnen eine klas­si­sche Sitcom (Serie: “The Big Bang Theory”) abge­spielt wird, die sowohl das Ohr, sowie das Auge beein­flussen kann. Während allen Durch­gängen stehen die Probanden unter Zeitdruck, da sie für jede Zeile des Kon­zen­tra­ti­ons­tests nur 10 Sekunden Zeit haben. Die Ergeb­nisse über­raschten mich dann doch etwas, wenn man sie mit meinen Ver­mu­tungen ver­gleicht, denn anfangs dachte ich, dass sie sich beim ersten Durchgang noch am besten kon­zen­trieren könnten und sich die Leistung dann mit der Musik und noch einmal mit dem Film ver­schlech­tern würde. Aller­dings erzielten über­ra­schend viele Schüler bei dem Durchgang mit vor­ge­spielter Musik mehr Punkte, als bei absoluter Stille. Das Thema klingt lang­weilig, dabei ist es hoch all­tags­re­le­vant, da digitale Medien in unserem Alltag eine immer größere Rolle einnehmen und viele Menschen auch während den Arbeits­phasen begleiten.

Weitere Infor­ma­tionen

Was war der Anstoß für dein/euer Projekt?

Ich fragte mich, ob es sinnvoll ist, während der Bear­bei­tung der Haus­auf­gaben Musik zu hören oder ob dies die Kon­zen­tra­tion beein­träch­tigt.

Erkläre/Erklärt kurz wie du dein/ihr euer Projekt durch­ge­führt hast/habt.

Ich habe einen klas­si­schen Kon­zen­tra­ti­ons­test aus einem Buch entnommen, bei der bestimmte Aufgaben in einer sehr kurzen Zeit gelöst werden müssen. Wichtig dabei war, dass dieser Test keine Fragen beinhaltet, die allein das Wissen fordern (wie z.B. “Wann wurde Amerika entdeckt?”), sondern Aufgaben die allein durch gute Kon­zen­tra­tion richtig beant­wortet werden (in meinem Test muss man z.B. in einer Zeile von 29 “b” und “q” mit unter­schied­lich vielen Strichen über und unter dem Buch­staben genau die “b” umkreisen, die insgesamt genau zwei Striche besitzen). Diesen Test ließ ich dann Probanden, allesamt im Alter von 12 — 14 Jahren in drei Durch­gängen bear­beiten (1. Durchgang: Bear­bei­tung der Aufgaben in absoluter Stille; 2. Durchgang. Bear­bei­tung der Aufgaben unter Einfluss von vor­ge­spielter Musik (als Musik­stück wählte ich das Lied “Call on Me — Ryan Riback Remix”, weil es ein Song ist, den fast jeder kennt und der oft im Radio oder in Cafès läuft) ; 3. Durchgang: Bear­bei­tung der Aufgaben unter Einfluss von einem vor­ge­spielten Film­aus­schnitt). Die Ergeb­nisse bepunk­tete ich anschlie­ßend und verglich die Punkt­zahlen der einzelnen Probanden in den jewei­ligen Durch­gängen mit­ein­ander. Später ließ ich weitere Probanden einfache Kopf­re­chen­auf­gaben lösen (z.B. 13*14 oder 16*19). Natürlich wieder in drei ver­schie­denen Durch­gängen, die ich oben schon beschrieben habe.

Was sind deine/eure der­zei­tigen Pro­jekt­er­geb­nisse?

Meine Vermutung besagte, dass die Leistung im Kon­zen­tra­ti­ons­test und den Kopf­re­chen­auf­gaben im 1. Durchgang (Bear­bei­tung der Aufgaben in absoluter Stille) noch am höchsten war und dann in Durchgang 2 (Bear­bei­tung der Aufgaben unter Einfluss von vor­ge­spielter Musik) und 3 (Bear­bei­tung der Aufgaben unter Einfluss von einem vor­ge­spielten Film­aus­schnitt (hier ver­wen­dete ich Folge 1 der Serie “The Big Bang Theory”, eine klas­si­sche Sit-Com)) abnehmen würde. Zunächst zum Kon­zen­tra­ti­ons­test: Die Punkt­zahlen zeigten, dass die Leistung beim 2. Durchgang minimal höher war, als die Leistung im 1. Durchgang. Im 3. Durchgang war sie aller­dings deutlich abge­fallen, sodass ich mich in der weiteren Vor­ge­hens­weise auf die Musik (2. Durchgang) fokus­siert habe. Um zu über­prüfen, dass die Musik tat­säch­lich kon­zen­tra­ti­ons­för­dernd ist, führte ich nun dasselbe Verfahren mit den Kopf­re­chen­auf­gaben durch. Hier hatte ich schnell ein­deu­tige Ergeb­nisse: Nahezu alle Probanden erzielten beim 2. Durchgang deutlich weniger Punkte als beim 1. Durchgang. Beim 3. Durchgang wurden, wie erwartet noch weniger Punkte erzielt. Aber Fokus auf die Ergeb­nisse des 2. Durch­gangs: Beim Kon­zen­tra­ti­ons­test fielen die Leis­tungen im 2. Durchgang mit vor­ge­spielter Musik, gegenüber dem 1. Durchgang ohne Einflüsse nicht, wie erwartet ab, sondern stiegen sogar leicht an. Bei den Kopf­re­chen­auf­gaben fiel die Leistung enorm ab. Nun liegt die Vermutung natürlich nahe, dass die Art der Aufgaben einen Einfluss darauf hat, wie sich die Leistung bei Musik­ein­fluss verhält. Ich recher­chierte ein wenig und tat­säch­lich: Der Teil des Gehirn der für Merk­pro­zesse ver­ant­wort­lich ist, also der Teil des Gehirns der die Infor­ma­tionen speichert ist derselbe, der auch die Musik ver­ar­beitet (Dieser Teil wird übrigens bei Musik mit Text mehr bean­sprucht, als beim Hören von Musik ohne Gesang. Verstärkt wird dies noch durch fremd­spra­chige Musik, dessen Text wir nicht verstehen. Das Gehirn versucht die Wörter dennoch zu ver­ar­beiten und wird noch stärker bean­sprucht!). Deshalb kommt es zu einer Über­las­tung, die zur Folge hat, dass die Leistung abfällt. Überträgt man diese Erkenntnis auf meine ver­wen­deten Tests, merkt man, dass der Kon­zen­tra­ti­ons­test keine Merk­pro­zesse erfordert, weshalb die Musik in diesem Sinne kein Stör­faktor mehr ist und sogar unter­stüt­zend wirken kann, weil sie z.B. motiviert und Glücks­hor­mone freisetzt. Die Kopf­re­chen­auf­gaben hingegen erfordern Merk­pro­zesse, da der Proband sich Zwi­schen­er­geb­nisse merken muss. Deshalb ist es nicht ver­wun­der­lich, dass die Leistung bei Musik­ein­fluss abfällt. Fazit: Musik kann bei Aufgaben, bei denen man sich nichts kurz­zeitig merken muss (z.B. beim Abschreiben eines Textes oder einer simplen Ankreuz­auf­gabe) unter­stüt­zend wirken, wenn sie motiviert und Glücks­hor­mone freisetzt. Bei Aufgaben hingegen, bei denen Merk­pro­zesse eine Rolle spielen (z.B. Kopf­re­chen­auf­gaben mit Zwi­schen­er­geb­nissen oder das Einprägen einer Tele­fon­nummer) ist Musik eher unge­eignet. Natürlich ist dies auch sehr indi­vi­duell, da unter­schied­liche Menschen auch einen unter­schied­li­chen Musik­ge­schmack besitzen. Einen Film bzw. eine Serie während der Bear­bei­tung von beiden Typen von Aufgaben zu schauen ist auch eher unge­eignet, da sowohl die Geräusche ablenken können, als auch, dass der Drang besteht, von den Aufgaben abzu­lassen, um den Film zu gucken. Das wirkt sich, auch wenn es nur wenige Sekunden sind, negativ auf die Leistung aus.

Wie sieht dein/euer Pro­jekt­aus­blick aus? (Erneute Teilnahme mit diesem Projekt, Weit­erfor­schung, Wett­be­werbe, Fir­men­grün­dung, …)

Erneut mit dem gleichen Thema an diesem Wett­be­werb teil­zu­nehmen habe ich nicht vor, das wäre etwas lang­weilig. Nicht­des­to­trotz habe ich vor an diesem Thema wei­ter­zu­ar­beiten. Ich könnte mir z.B. vor­stellen, ver­schie­dene Musik­arten zu unter­su­chen, oder her­aus­zu­finden, ob die alleinige Existenz des eigenen Smart­phones auf der Tisch­platte neben den Aufgaben die Kon­zen­tra­tion, und damit die Leistung beein­flusst, da z.B. der Drang bestehen könnte, auf das Handy zu schauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.